Buswallfahrt zur hl. Crescentia
Etwa 50 Frauen und einige Männer machten sich in Begleitung von Stadtpfarrer Dieter Zitzler auf, dem Leben der Heiligen Crescentia nachzuspüren.
Die diesjährige Wallfahrt des Kath. Frauenbunds Buchloe fand gemeinsam mit den Frauen des Kath. Frauenbunds Blindheim am 20. Oktober statt, dem Geburtstag der Heiligen Crescentia.
Im Rahmen einer Stadtführung folgte die Gruppe zunächst den weltlichen Spuren der Anna Höss, wie der Taufnahme von Crescentia war.
Sehr lebendig und immer mit Bezug zur heutigen Zeit berichtete dann Schwester Ursula Maria im Crescentia Kloster über das kirchliche und religiöse Leben der Heiligen.
Anna wird 1682 als sechstes von acht Kindern in eine tiefreligiöse, mittellose Weber-Familie in Kaufbeuren hineingeboren. Früh lernt sie von ihrer Mutter Lucia, einer heilkundigen und religiösen Frau, die viel Gutes in der Stadt leistet und die Schwestern des nahegelegenen Franziskanerinnen-Klosters in gesundheitlichen Fragen unterstützt - von einer Krankenversicherung im heutigen Sinne war man ja weit entfernt. Früh auch entsteht bei Anna der Wunsch, in das Kloster einzutreten.
Doch die erforderliche Aussteuer, wichtig für die Existenz des Klosters, kann sich die Familie nicht leisten.
Erst die Fürsprache des damaligen evangelischen Bürgermeisters von Kaufbeuren ermöglicht Crescentia, wie sie von nun an heißt, den Klostereintritt. Die junge Frau wird zunächst sehr ablehnend behandelt und mit schwersten Gehorsamsprüfungen regelrecht schikaniert – so soll sie Wasser mit einem Sieb schöpfen – sie besteht! Das Sieb ist heute noch in der Gedenkstätte des Klosters zu sehen. Crescentia erwirbt sich durch ihre Glaubensstärke und Klugheit allmählich höchste Anerkennung, sie wird zur Oberin gewählt; europaweit suchen die Mächtigen ihrer Zeit ihren Rat.
Im Jahre 1900 wird Crescentia seliggesprochen, 2001 erfolgt die Heiligsprechung.
Ein gutes Mittagessen, gemeinsame Andacht und Zeit für eigene Erkundungen rundeten den Wallfahrtstag in Kaufbeuren harmonisch ab.